Kapitel 9
„… And then I sold it for half the price, Stranger! Heheheheheh!”, lachte der Händler schallend auf, während er auf den abgelegenen Teil des Dorfes zumarschierte – Zoe an seiner Seite.
„Wann verstehst du endlich, dass ich deine dämlichen Verkaufsgeschichten nicht hören will?!“, erwiderte diese genervt und verdrehte die Augen, als der Merchant erneut zu sprechen begann.
„Whatever ya sayin‘, Stranger… Anyway, the next day that guy came back to me and told me about the quality of…”
„Ich will es nicht hören!“, zischte Zoe ihm nun zu – offenbar vergeblich.
„Hahahahaha!! Didn’t told ya that one, Stranger: One day - it was very hot and the sun was shining, the birds were singing and the flowers…”
„Kann man dich irgendwo ausschalten?!“, meinte Zoe nur noch und legte an Tempo zu. Der Händler fiel ratlos zurück.
„Wait, Stranger! That wasn’t the funny part yet!“, rief er ihr dann hinterher, bevor er aufholte und nun wieder neben ihr ging.
________________________
Rebecca stand inzwischen in der Scheune, hinter der das Team vor ein paar Minuten noch Deckung gesucht hatte. Hier gab es zwei Etagen, die durch eine Leiter verbunden waren. Überraschender Weise war hier vor allem eines zu finden: Heu.
„Hier oben ist nichts…“, rief Richard ihr zu, während er - gefolgt von Edward - von der zweiten Etage herabkletterte. Die beiden gingen zurück zum Scheunentor, doch Rebecca blieb unbeirrt stehen und musterte die Innenausstattung, welche neben dem Heu aus einer Schubkarre, diversen Arbeitsgeräten und einer karierten Decke bestand.
„Ja… Is‘ noch was?!“, fragte Richard genervt.
„Hier könnten überall Spuren sein, die uns zu Ashley führen… Wir müssen nur die richtigen finden… Die Decke hier zum Beispiel sieht…“, murmelte sie, bevor sie von Richard unterbrochen wurde.
„Au ja! Spurensuche mit Fräulein Neunmalklug!“
„Was hast du denn?!“, fragte Rebecca und sah ihn verständnislos an.
„Was ich habe? Alkoholprobleme, weißt du doch! Richard ist ja nur der dumme Säufer, über den können wir einfach mal so hinter seinem Rücken Gerüchte verbreiten, ne?!“, antwortete er gereizt.
„Mein Gott, wirklich unbegründet war das aber doch nicht… Du hast dich total verändert seit der Sache mit der Villa…“
„… Und du bist `ne blöde Streberin!“
„Da! Merkst du eigentlich, wie du argumentierst?!“
„Leck‘ mich doch…“
„Schlimmer als Chris und Jill…“, warf Edward kopfschüttelnd ein.
„Wie auch immer, diese Decke hier…“, wollte Rebecca fortfahren, bevor sie erneut von Richard unterbrochen wurde.
„Es interessiert hier keinen!“, maulte er.
Kurz entschlossen griff Rebecca sich ihr Funkgerät und drückte die Sprechtaste durch.
„Captain Wesker von Chambers, kommen.“
„Lassen Sie den Funkdisziplinquatsch, wir sind allein auf dem Kanal…“, kam es prompt von Wesker zurück.
„Ja, Sir…“
„Was ist denn nun?“
„Ich kann nicht mit Richard arbeiten… Der führt sich arschlochmäßig auf!“
„roflcopter!“, funkte Chris dazwischen.
„Redfield, halten Sie sich verdammt nochmal zurück…“, meinte Wesker genervt.
„Ja, Schnauze, Redfield!“, tönte es nun aus dem Funkgerät.
„Valentine, das gilt auch für Sie! Moment… Chris ist doch bei Ihnen, warum funken Sie das?!“
„Jetzt, wo Sie’s sagen…“, gab Jill kleinlaut zurück.
„Wie auch immer… Und was genau wollen Sie jetzt, was ich gegen Aiken’s Arschlochart unternehmen soll, Chambers?“
„Nun… Vielleicht sollten Sie die Teamaufteilung nochmal überdenk…“
„TEST, TEST! STRANGERS, DO YOU READ ME?! THIS IS MERCHANT!”, brüllte der Händler in sein Funkgerät.
„Ja doch, schreien Sie nicht so, die Geräte wurden bereits überprüft…“, meinte Wesker genervt. „Aber wo ich Sie gerade da hab‘, wo genau sind Sie?“
„WOULD YOU REPEAT THAT, STRANGER?!“, kam es – nicht leiser als vorher – zurück.
„Ihre genaue Position!“, sagte Wesker deutlich.
„STILL DON’T UNDERSTAND YA, STRANGER!!“ - „Gib das her, du Idiot!“, erklang eine Stimme aus dem Hintergrund – offenbar Zoe.
„Ryman hier. Der Typ hat das Gerät zu leise eingestellt. Wir befinden uns nordwestlich des Kirchturms, in der Nähe einer abgelegenen Holzhütte.“
„Sehr gut, ich bin auf dem Weg zu Ihnen.“
„Und was ist jetzt mit Richard?“, fragte Rebecca stirnrunzelnd.
„Da müssen Sie sich wohl oder übel zusammenraufen. Wesker ende.“
„Was…?“, murmelte Rebecca ungläubig.
________________________________________________
„Soapiedoapie, ist das nicht ein schöner Wald?“, trällerte Jill, die sich im Arm des SASler eingehakt hatte.
„Ich mag keine Wälder…“, meinte dieser knapp.
„Ich find’s romantisch… Was magst du denn?“, fragte sie aufheiternd.
„Hmm… Gar nichts…“, gab dieser immer noch emotionslos zurück.
„Aber mich magst du, nicht wahr?“
„Eigentlich nicht, nein.“
„Haha! Du bist mir lustig!“, lachte Jill vergnügt auf und versuchte, Soap zu küssen, während dieser versuchte, sie von sich wegzuschieben.
Chris ging schmollend neben den beiden her, bis er auf einen Bauern in der Nähe aufmerksam wurde, der mit einem Heuballen beschäftigt war.
„Da! Vielleicht weiß der, wo diese Dingsbumstochter ist!“, meinte er dann und lief – gefolgt von Jill und Soap - auf den Landwirt zu.
„Hey! Du mit der komigen Schaufel!“
„Das ist eine Harke, Redfield…“, stöhnte Jill und blickte Chris herablassend an.
„Alles das gleiche…“, meinte dieser kleinlaut und wandte sich anschließend wieder dem Bauern zu. „Hast du die Dingsbumstochter gesehen?“
„Er meint die Tochter des Präsidenten der USA… Sprechen Sie überhaupt unsere Sprache?“, ergänzte Jill, während der Landwirt die drei mit gelb funkelnden Augen anstarrte.
„Öhm… Das ist ziemlich unheimlich… Können das alle Spaniockel?“, merkte Chris an, während er ein paar Schritte zurücktrat…
__________________

|