Kapitel 17
Die Stimmung im Haus hatte sich wieder halbwegs gelegt, und erneut schliefen alle - bis auf die Nachtwache sowie Soap und Jill, die auf der Treppe saßen und ins Leere starrten…
„Weißt du, Soap… Im Prinzip hast du’s dir ja selber eingebrockt…“, erzählte sie.
„Willst du mich eigentlich verarschen…?“, gab er nur zurück, obwohl er wusste, dass ihm diese Frage noch nie beantwortet wurde.
„Das hast du jetzt halt von deinem beschränkten Horizont… Und ich sag‘ noch, lass uns was ausprobieren… Von Analverkehr wird man nunmal nicht schwanger… Aber nein…“
„Weißt du eigentlich, was du da grade für eine dämliche Scheiße von di…“, wollte Soap erwidern, bevor er unterbrochen wurde.
„Wir müssen übrigens noch heiraten!“, meinte Jill entzückt und begann zu strahlen. „Und dann kaufen wir uns ein kleines Haus… Mit Garten! Da werden wir unzählige Sommertage mit den Kindern verbringen… Hach, das wird schön…“, murmelte sie, legte ihren Kopf auf Soap’s Schulter ab und schlief ein, bevor der SASler sein Entsetzen über die Pläne überhaupt zum Ausdruck bringen konnte.
Und während er sich fragte, wie er die schlafende Jill los werden konnte, bemerkte er, wie Rebecca die Treppe hinunterstieg und sich neben ihn setzte.
„Hey…“, meinte sie und lächelte schwach.
„Hallo…“, gab Soap irritiert zurück und sah sie fragend an.
„Ihr seht süß zusammen aus…“, seufzte sie und betrachtete die schlafende Jill.
„Dann mach ein verdammtes Foto oder sag endlich, was du willst…“, stöhnte Soap ungeduldig.
„Nunja… Sie liebt dich wirklich, Soap. Mach‘ ihr das bitte nicht kaputt, ja?“
„Wir kennen uns seit gestern…“, zischte er resigniert.
„Glaubst du denn nicht an Liebe auf den ersten Bl…“
„Was treibt ihr denn da?!“, fragte Wesker, der am oberen Ende der Treppe erschienen war. „Nicht, dass Sie mir Miss Chambers auch noch schwängern… Kennt man ja, hier rumschwirren und den Gemeindebefruchter abgeben…“, grinste er breit.
„Nein, worum es eigentlich geht – lösen Sie mich ab. Ich bin müde. Danke.“, sagte er dann wieder todernst, während er sich auch schon wieder in den ersten Stock begab.
„Dann machen wir das mal besser…“, lachte Rebecca. „Wir können oben weiterreden.“
„Da gibt’s nichts zu reden! Ich will keine Jilly, keine Kinder und auch kein Haus mit Garten haben!“, maulte Soap und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Willst du nicht, oder glaubst du, du kannst es nicht?“, fragte Rebecca und zog eine Augenbraue hoch. „Ich bin mir sicher, du wirst sie lieben lernen…“
„Definitiv nicht…“, gab er kalt zurück, während er Jill zurück auf ihren Schlafplatzt legte und sich dabei ungewollt sanft und vorsichtig verhielt.
„Es gibt Leute, die dich beneiden…“, meinte Rebecca beiläufig, bevor Soap verwundert zu ihr aufsah. „Ja. Was glaubst du, was Chris zum Beispiel für eine Familie geben würde?“
„Ist mir egal…“, murmelte er, während er Jill zudeckte und ihr behutsam das Barett abnahm.
In der Absicht, den Moment nicht zu zerstören, schlich Rebecca sich mühsam wieder die Treppe hoch - bevor Barry mit einem „Feindkontakt!!“ alles zu Nichte machte. Wieder war das ganze Haus hellwach, bevor auch schon die ersten Salven gefeuert wurden.
Auch Jill schreckte auf und sah, wie Soap über ihr kniete.
„Was?! Soapie! Hast du mich zugedeckt?“, fragte sie und sah den SASler glückselig an.
„Hm? Ich… Das… Das war schon so!“, beteuerte er.
„Da draußen sind ungefähr 50 Feinde! Bereithalten!“, rief Wesker den beiden hinunter, während der Merchant begeistert aus einem der Fenster feuerte.
„Yahooooo! Got one, Strangers! That’s funny as hell!!“, grölte er, und unter dem Sperrfeuer des Teams wurden die bewaffneten Bauern immer weniger.
„Wir haben’s gleich! Da braucht’s schon mehr, um ein paar STARS fertig zu machen!“, meinte Richard und schmiss einem der Landwirte eine leere Whiskeyflasche gegen den Kopf.
Wie auf’s Stichwort brach nun eine weitere Bedrohung aus der Dunkelheit hervor, die die bewaffneten Bauern im Vergleich ziemlich harmlos erschienen ließ: Ein Panzer.
„… Seht ihr den auch?!“, fragte Edward ungläubig und ließ seine Waffe sinken.
„Und wie ich den sehe! Das is‘ ein Flammpanzer II, war bei der Wehrmacht im Einsatz! Wo kommt der denn jetzt bitte her…?!“, erläuterte Barry, und alle standen völlig perplex an den Fenstern.
Nun öffnete sich die Luke des Fahrzeugs, und aus dem Panzer erhob sich unser Pseudohitler!
„Äch fordere Sä hiermät zor bedängongslosen Kapätolation auf!“, bellte er dem Team entgegen, und für einen Moment war alles still…
„Öhm… Und Sie sind…?“, fragte Wesker nach einiger Zeit.
„Na, wie säh‘ äch denn aus?!“, gab der Mann beleidigt zurück und zeigte auf seinen Führerschnäuzer.
„Stalin?!“, fragte Chris erschrocken und kniff die Augen zusammen.
„Dass Sie wie Hitler aussehen weiß ich selber, aber wer sind Sie…? Und was haben Sie mit der ganzen Sache hier zu tun?“, warf Wesker ein.
„Äch bän Adolf Hätler!“, rief der Mann trotzig nach oben.
„Hitler ist tot…“, zischte Rebecca und verdrehte die Augen.
„Ach ja? Warom stähe äch dann här?! Und jätzt kapätolieren Sä ändlich, sonst wärde äch Sä allesamt ausrotten!!“
„Hier kapituliert gar keiner, was wollen Sie von uns?! Wir suchen nur die Präsidententochter!“, erklärte Wesker gereizt.
„Ganz wie Sä wönschen…“, meinte er nur und verschwand wieder im Innern des Panzers.
„Toll, und was will der jetzt machen mit seinem Flammpanzer? Warum heißt das Ding eigentl…“, sprach Richard in die Runde, bevor zwei parallele Stichflammen durch die Fenster des Hauses schlugen.
Das Team warf sich panisch auf den Boden, und der Merchant tat eine unschlagbare Idee kund: „We have to get outta here, Strangers!!“
Auch Soap und Jill waren wieder auf den Beinen und kamen nun die Treppe hochgelaufen.
„Ich weiß ja nicht, ob’s von Interesse ist, aber irgendjemand da unten findet es lustig, das Haus anzuzünden!“
„Ja, das war Hitler…“, meinte Wesker beiläufig. „Raus hier, Rauch einsetzen und dann ins nächste Waldstück rennen!“, während zwei weitere Stichflammen durch die Fenster kamen. „Durch die Bäume kann er uns nicht ewig folgen!“
„Genau das hat mein SAS Captain auch mal gesagt! Und wissen Sie, wie das ausgegangen ist? Wir haben unter völlig unrealistischen Zeitbedingungen eine russische U-Boot Basis eingenommen und eine Atomrakete ins All geschickt! Ich hab‘ keine Lust, so eine Scheiße nochmal mitzumachen!“, erzählte Soap, während das Team das nun bereits brennende Erdgeschoss betrat und nach draußen stürmte.
„Rauch zünden, los!“, instruierte Wesker, doch der Panzer hatte bereits die Verfolgung aufgenommen und schoss weitere Stichflammen, die dem Team immer näher kamen…
„Das ist doch Wahnsinn! Was gibt’s hier denn noch alles für Freaks?!“, rief Blake und schmetterte im Sprint eine Rauchgranate auf den Boden.
„Wie gesagt… Das haben Sie jetzt von Ihren tollen Ermittlungen! Hier ist kein Origamikiller!“, gab Jayden zurück.
„Können Sie nicht einfach mal was so stehen lassen?!“, fauchte sein Gegenüber zurück, und das Team erreichte den Wald. Ans Stehenbleiben dachte noch niemand, denn die Stichflammen folgten ihnen durch die Bäume hindurch….
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